Zwei Gesichter, ein Spiel

(Oberliga O/S) SG Rotation P.B. - 1. SV Eberswalde 30:28

Korrektur der 1. Halbzeit kam zu spät

 

Von Hans-Joachim Haarbrandt

 

Eberswalde. (hjh) Durch eine katastrophale Angriffsleistung in der 1. Halbzeit lagen die Männer des 1. SV Eberswalde beim Halbzeitpfiff mit 9:16 klar zurück. Dank einer starken 2. Halbzeit kamen die Barnimer noch einmal heran, aber zum erhofften Punktgewinn reichte es leider nicht mehr.

Der 1. SV Eberswalde wollte als Drittletzter in diesem „Vier-Punkte-Spiel“ den Vorletzten durch einen Punktgewinn auf Distanz halten. Das gelang durch die Niederlage leider nicht und so ist die Mannschaft der SG Rotation Prenzlauer Berg Berlin bis auf zwei Zähler an die Eberswalder heran gekommen. Im ersten Heimspiel der laufenden Saison hatten die Barnimer gegen Rotation mit einem 24:21 die ersten Pluspunkte geholt. Das wäre auch diesmal möglich gewesen, doch dazu hätte die Mannschaft von Trainer Volkmar Stumpf in den ersten 30 Minuten eine bessere Leistung anbieten müssen.

Schnell lagen die Eberswalder in Berlin mit 1:5 zurück. Trainer Stumpf zog umgehend die Grüne Karte, um die Mannschaft wachzurütteln. Doch diesmal zeigte die Auszeit nicht die erhoffte Wirkung. Weiterhin wurden im Angriff gute Chancen nicht genutzt und durch zusätzliche Fehlabspiele der Gastgeber regelrecht zum Kontern eingeladen. Bis auf 10:2 enteilten die Prenzelberger ihren Konkurrenten und die treuen Fans des 1. SV mussten mit einem Debakel ihrer Mannschaft rechnen. „Die Angriffsleistung meiner Mannschaft war in der ersten Halbzeit katastrophal“, analysierte Volkmar Stumpf nach dem Spiel.

Mit einer Angriffseffektivität von unter 30% kann man heute keinem Gegner mehr Angst einflößen. Wenigstens konnten die Barnimer im weiteren Spielverlauf der ersten Halbzeit einen größeren Rückstand vermeiden. Über ein 6:12 gingen die Eberswalder mit 9:16 in die Kabine. Viel Arbeit wartete dort auf den Trainer. Er appellierte eindringlich an seine Akteure die Fehler zu minimieren und selbst durch die eigenen schnellen Spieler über Konter zum Erfolg zu kommen. Der Gegner sollte früh angegriffen und somit zu Fehlern gezwungen werden.

Bis zum 12:20, aus Sicht der Gäste, änderte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit wenig. Zwei Spieler des 1. SV Eberswalde gaben das Signal zur Aufholjagd. Carsten Meyer im Tor der Eberswalder und der nach langer Verletzungspause erstmals wieder im Einsatz befindliche Kai Herrmann rissen mit ihren Leitungen ihre Nebenmänner mit. Durch einen 8:2 Lauf holten die Kreisstädter den Rückstand fast auf. Nach etwa 48 Minuten stand es nur noch 22:20 für Rotation und der Ausgang des Spiels war wieder offen. Jetzt zeigte das Team des 1. SV ein völlig anderes Gesicht. Gegenüber der schlechten 1. Halbzeit riefen sie nun ihr wahres Leistungsvermögen ab. Beim 26:25 bzw. 29:28 führten die Hauptstädter nur noch mit einem Treffer, aber der Ausgleich wollte nicht fallen. Die Aufholjagd der Waldstädter wurde am Ende nicht mit einem Punktgewinn belohnt und so retteten die Berliner ihren kappen Vorsprung (30:28) über die Ziellinie.

Die Eberswalder Bilanz der zweiten Halbzeit kann sich sehen lassen. Aus 25 Angriffen erzielten sie 19 Tore und das muss der Maßstab für die nächsten Begegnungen sein. Die Mannschaft des 1. SV hat eine große Chance verpasst, einen Gegner vorzeitig im Abstiegskampf zu distanzieren. Wäre die Stumpf Sieben in der ersten Halbzeit ähnlich wie in der zweiten aufgetreten, das Team hätte zwei Punkte mit nach Eberswalde nehmen können. Nun gilt es die verlorenen Punkte in den nächsten Spielen zu holen. Das wird nicht leicht werden, denn bereits am nächsten Wochenende kommt mit dem Tabellenzweiten - HSV Peenetal Loitz - ein ganz schwerer Brocken ins Eberswalde Sportzentrum Westend.

 

Stimmen zum Spiel:

Volkmar Stumpf (Trainer 1. SV Eberswalde): „In der kommenden Woche werden wir dieses Spiel eingehend auswerten. Es müssen klare Worte gesprochen werden. So etwas darf nicht noch einmal vorkommen. Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben ist auch unseren Fans gegenüber unverantwortlich.“

 

Eberswalde mit: Nicos Kulitzscher, Carsten Meyer - Moritz Assmann (7/5), Sebastian Baron, Oliver Frinker (1/1), Max Haida, Kai Herrmann (8), Patrick Kirschner (5), Lee-Roy Nietzel, Stefan Pinkau, David Reuter (1), Johann Schewtschuk (4), Mike Schröder (2), Stefan Schrödter

Strafzeiten: Rotation P.B. 2, Eberswalde 3

Siebenmeter: Rotation P.B. 6/5, Eberswalde 7/6

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