Reisegeschichten in den Westen

Ab 1991 wurden die Reisen des nun in 1. SV Eberswalde umbenannten Vereins länger und man drang in ungewohnte Gegenden vor. Anders sind die folgenden 2 Reisegeschichten nicht zu erklären.

14

Dezember 1991, der 1. SV spielt in Flensburg, die Fördehalle liegt eigentlich genau neben der Stadtautobahn. Wenn man nun aber das erste Mal dort hin muss, macht sich ein Stadtplan recht gut, oder die Anfahrtsbeschreibung des jeweiligen Gastgebers. Mannschaftsleiter Werner Jeche (2009 verstorben) war gut vorbereitet, hatte die nötigen Materialien zur Hand. Es war noch reichlich Zeit, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt wäre denkbar, aber erst sucht man mal die Halle. Es entwickelte sich eine interessante Stadtrundfahrt, immer rum um den Markt, die Lichter der weihnachtlichen Dekoration vor Augen, aber wo ist die Halle? Auf dem Anfahrtsplan war sie doch deutlich zu sehen, noch einmal links, zwei mal rechts, Werner Jeche dirigierte den Busfahrer sicher durch Flensburg, allerdings mit dem Stadtplan von Göttingen. Da war man 14 Tage vorher und der lag in der Mappe ganz oben. Erst als dieser Irrtum aufgeklärt war, fand man ganz schnell die Halle in Flensburg, an der man schon ein paar Mal vorbeigefahren ist. Seit dem ist es vor Reiseantritt beim 1. SV ein geflügeltes Wort, egal wo es hin geht: Hast Du auch den Stadtplan von Göttingen bei?!

15

Saison 1993/94, in der Regionalliga geht es erstmals nach Lichtenrade. In Berlin gibt es unzählige Halle, selbst im Stadtteil Lichtenrade 3, in denen die Handballer spielen. 3 Autos machen sich vom Treffpunkt am „Achteck“aus auf die Reise, aber nur in einem Auto weiß man ganz genau Name und Anschrift der Halle. Schon in Finow war der Autoverband gesprengt, Guido Juhre musste noch von „Famila“ abgeholt werden. Jetzt entwickelte sich ein Anreisedrama, welches in einer 16:22 Niederlage endete. Ein Wagen fuhr durch Berlin, ein anderer über die Autobahn, das dritte Fahrzeug blieb ganz verschollen. 7 Spieler erreichten nach intensivster Detektivarbeit das Ziel, man klapperte einige Berliner Hallen ab, am Ende konnte man bei der Polizei Auskunft erhalten. Das Spiel begann, verspätet, ein Auto fehlte noch immer, ein Auto mit 5 Spielern. Das Häuflein Aufrechter schlug sich echt stark, bis zum 45. Minute konnte man ein Unentscheiden halten. Ohne Wechselspieler, Stefan Schwandt war nach wenigen Minuten auch noch Rot gefährdet, bot man Paroli. Dann die Nachricht, das Auto ist da, schnell umziehen, auf dem Protokoll standen die Spieler schon, sie konnten noch eingesetzt werden. 2 Tore Rückstand, da ist noch was zu machen. Guido Juhre kommt frisch umgezogen aus der Kabine, blitzschnell will er auf die Auswechselbank und überquert dazu die Spielfläche. Damit ist er im Spiel, unberechtigter Weise. Die Frankfurter Schiedsrichter müssen pfeifen, er erhält eine 2 Minuten Strafe und die Mannschaft muss in Unterzahl spielen. Genau an der Stelle brach der Widerstand der 7 zusammen, am Ende verlor man deutlich mit 6 Toren, aber hinter her in der Kabine wurde es nicht wegen des Ergebnisses mehr als laut.

Sponsoren

TELTA Citynetz GmbH
view counter
Gerüstbau Köhle GmbH
view counter
Autohaus Schley
view counter

Benutzeranmeldung

view counter