30 Jahre 1. SV Eberswalde - 30 Geschichten
„irgendwann im Herbst 1979 - aber einen genauen Tag ...?“ So oder ähnlich...
30 Jahre 1. SV Eberswalde - 30 Geschichten
30 Jahre 1. SV Eberswalde - 30 Geschichten
Bekannte Namen fanden sich nun in den Reihen des 1. SV Eberswalde wieder...
Ein Stück Butter und ein Mal Trainingslager
9
Torhüter und Linksaußen sind bei den Handballern als schräge Vögel verschrien, in vielen Fällen auch positiv, aber 1986 gab hatten die Eberswalder einen in ihren Reihen, auf den trafen sämtliche Vorurteile zu. Sein Name: Andreas Gritzmann. „Ich und Wieland Schmidt“ - sein Lieblingssatz, da er aus Magdeburg kommend mal in der selben Halle wie der damalige Nationaltorhüter trainieren durfte. Seinen ersten großen Auftritt hatte er, als man nach einem Spiel gegen Dynamo Berlin noch zu einem gemeinsamen Abendessen zusammenblieb. Wenn jeder am Tisch eine Mark bezahlt, wird es ein Stück Butter essen, hintereinander weg. Bei den ca. 25 Personen am Tisch kein Problem, die Mark hatte jeder. Dann ging es los, Stück für Stück spachtelte er hinter, anfangs recht flugs, dann immer langsamer. Er schaffte es, strich das Geld ein, setzte sich in den Zug nach Berlin, um spät am Abend noch nach Hause zu fahren. Nach eigenem Bekunden verbrachte er die Zeit zwischen Berlin und Magdeburg auf einer Toilette der Deutschen Reichsbahn und wer die in Erinnerung hat, kann die wahre Heldentat seiner Leistung erst einschätzen.
10
Trainingslager 1986 in Rerik. Um den Lagerkoller zu umgehen, wurden neben dem Training auch die Abendunterhaltung groß geschrieben. Im einzigen Haus am Platz ergatterte man Karten für die abendliche Tanzveranstaltung, leider nicht genug für alle. Also wurde der alte Trick angewandt, die ersten mit den Karten rein, einer bringt die Tickets dann wieder raus und der nächste Schwung erhält Einlass. Das klappte alles auch ohne Probleme, nur das in der 2. Gruppe besagter Torhüter einen ganz schlauen Einfall hatte. Er kümmerte sich in der Wartzeit um ein paar mit ihm vor der Tür stehende Mädels, die auch keine Karten hatten. Tische und Eintrittskarten waren nummeriert. Als er nun mit den Hübschen in den Saal kam, schnappte er sich einen Einlasser und kam an den Tisch, zu dem er jetzt die Karten in der Hand hielt. Da sahsen logischerweise aber schon seine Mannschaftskameraden. Ermutigt durch Sportkamerad Gritzmann fragte der Einlasser die Sitzenden nach ihren Billets, die sie ja nicht mehr haben konnten. Lange Rede, kurzer Sinn, die Jungs wurden des Saales verwiesen, nicht ohne natürlich ihrem Kollegen die Pest an den Hals zu wünschen. Der blieb cool lächelnd zurück, hatte seinen Tisch, hatte aber bei der abendlichen Rückkehr in die Unterkunft einige kleinere Probleme.




