30 Jahre 1. SV Eberswalde - 30 Geschichten
„irgendwann im Herbst 1979 - aber einen genauen Tag ...?“ So oder ähnlich...
30 Jahre 1. SV Eberswalde - 30 Geschichten
30 Jahre 1. SV Eberswalde - 30 Geschichten
Bekannte Namen fanden sich nun in den Reihen des 1. SV Eberswalde wieder...
Bankettmannschaft
13
Kurz vor der Wende, im Mai 89, reisten die Handballer zu einem einwöchigen Besuch nach Kaunas in Litauen. Gastgeber Granitas Kaunas war vorher schon mit seinen Spielern in Eberswalde, so war es Zeit für einen Gegenbesuch. Der Betriebs-Ikarus wurde auf Vordermann gebracht, die Reise war trotzdem ganz schön anstrengend, es ging ja schließlich durch reichlich Gegend. Am russischen Grenzübergang wurde man von den freundlichen Gastgebern in Empfang genommen, ein Auto eskortierte den Bus bis nach Kaunas. Busfahrer Werner Silke wurde mit dem Hinweis bedacht, sich doch einige markante Punkte für die Heimfahrt zu merken. Da waren aber keine markante Punkte. Hunderte von Kilometer war nichts als weites Land, ein Mütterchen am Wegesrand konnte wohl kaum als Orientierung dienen. Während Sektionsleiter Kurt Dikow im Führungsauto nach einheimischer Sitte bewirtet wurde, vertrieb man sich im Bus die Zeit mit Kartenspielen. Legendär die Runde mit Sommerfeld, Fischer, Fügener und Smuch, die von Eberswalde bis Kaunas und zurück spielten und am Ende fast bei plus/minus Null ankamen. Für 3 Tage Skat am Stück sind 10 Mark Gewinn kaum zu erwähnen. In Kaunas angekommen, wurde eine Handballmannschaft und eine so genannte Bankettmannschaft gebildet. Die erstere trainierte und spielte 2 Mal gegen Kaunas, die Bankettmannschaft hatte allerdings den härteren Teil der Arbeit zu leisten. Zusammengestellt aus den Betreuern wie Arzt Ulli Fügener, Mannschaftsleiter Walter Sommerfeld, den Sektionsleitungsmitgliedern Fischer und Ostmann u.a., hatten die jeden Tag einen Empfang, bis tief in die Nacht zu absolvieren. Und obwohl im damals noch existierenden Sowjetreich durch Gorbatschow ein generelle Alkoholverbot ausgesprochen wurde, gab es dort „gerüchteweise“ genug zu trinken. Nach 3 Abenden kam Trainer Klaus Gruner, der ja morgens immer noch fürs Training zuständig war ,an und bat Kurt Dikow, aus der Bankettmannschaft entlassen zu werden. Nichts da, sein Einsatz war jeden Abend gefragt. Teilweise sahen die Herren am späteren Vormittag noch sehr zerknirscht aus, es nutzte alles nicht, Abends war deutsche Kampfkraft beim Länderkampf gefragt. Die Handballer konnten mit einem Sieg und einer Niederlage ein ausgeglichenes Ergebnis einfahren. Aus den Reihen der Bankettmannschaft war kein Ergebnis zu erfahren, sichtbares Zeichen einer harten Auseinandersetzung war nur ein verstauchter Knöchel auf Eberswalder Seite.



